vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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  • Archiv: Donnerstag, 9. Oktober 2008

    von der Quelle

    Da meine Herdbuchzucht noch ganz am Anfang steht, sozusagen in den Kinderschuhen bin ich immer wieder darauf bedacht, Informationen einzuholen, mich auszutauschen, von erfahrenen Züchtern zu lernen.

    Eine Fahrt zur “Quelle der Moorschnucke” in die Diepholzer Gegend war für mich daher ein Muss. Also machte ich mich gestern auf um mir die dortigen Moorschnucken anzuschauen und den Schäfer Löcher in den Bauch zu fragen.
    Nach einigen Stunden Fahrt fielen die vielen schönen weißen Schnucken links und rechts der Straße ins Auge. Wir waren am Ziel! Die gezeigten Schafe beeindruckten mich dann sehr. Schneeweiß – auf nicht vorhandene Pigmentierung wird sehr, sehr viel Wert gelegt und selbst kleinste Lidstriche wurden mir als Magel gezeigt. Großen Eindruck machte auf mich auch der Jährlingsbock. Ein Prachttier und für sein junges Alter schon sehr stattlich und schön. Die Schafe waren alle sehr gut genährt, obwohl sie den Sommer über ja fast “nur” Heidekraut fressen.
    Viele Fragen bekam ich beantwortet zur Bockauktion, zur Geschichte der “Diepholzer Moorschnucken” usw.

    Nach einiger Zeit verliesen wir den Hof mit neuen Eindrücken ausgestattet. Eindrücke, die mich meinen eigenen Schafbestand aus einer anderen Perspektive betrachten und meine zukünftigen Zuchtziele resümieren liesen.

    Damit ich dem einen Schritt näher komme, verliesen mit uns fünf weibliche Jährlinge und ein Jährlingsbock, der heute den schönen Namen “Victor” von mir erhielt, den Hof.

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    “Victor” wird im nächsten Frühjahr hoffentlich für frohwüchsige Lämmer auf den Queichwiesen sorgen.

    Keulchen für zwei

    (für Leute, die wenig Zeit haben am Herd zu stehen ;) )

    1 Moorschnucken-Lammkeule ca. 1kg
    zwei Zweige Thymian, ein Zweig Rosmarin, Pfeffer, Salz, Olivenöl

    Die Lammkeule in einen Gefrierbeutel stecken. Das Olivenöl mit Pfeffer, Salz, den Thymianblättern und den Rosmarinblättchen vermengen und zur Keule in den Gefrierbeutel geben. Den Beutel verschließen und die Keule über Nacht im Kühlschrank marinieren lassen.

    Eine ausreichend große Form in den Backofen stellen. Den Backofen auf 80° C aufheizen. Die Schnuckenkeule von allen Seiten anbraten. In die vorgeheizte Form geben und die Lammkeule bei 80° C für 4 Stunden braten. Zur Kontrolle, ob das Fleisch gut ist, ein Bratenthermometer verwenden (die Kerntemperatur sollte 65° C betragen) oder probeweise anschneiden. Das Fleisch kann bei 60° C auch gut eine Stunde warmgehalten werden.

    Dazu Kartoffeln reichen oder einfach mit frischem Weißbrot und Salat servieren. Guten Appetit!

    Bock im Auto

    Die Schafe wurden nun letztmalig umsortiert und auf die jeweiligen Wiesen gebracht. Die Zuchtgruppe auf die Wiese mit dem Unterstand. Denn dort ist dann auch genug Platz für die Ablammboxen und reichlich Heu und Stroh.

    Die Böckchen fressen nun den letzten Aufwuchs im Industriegebiet und werden dann die Reise zum Metzger bzw. zur Bockgruppe antreten, um dort zu überwintern. Wir werden sehen, welche der Jungen sich so entwickelt, das er nächstes Jahr seine Aufgaben bei den Damen wahrnehmen darf.

    Die Lämmer von diesem Jahr sind zusammen mit Maike und den anderen Ladys, die noch bewertet werden müssen, auf Wiese Nr. 3 umgezogen. Im November wird auch hier nochmal sortiert werden. Erst dann wird entgültig feststehen, wer noch in die Zuchtgruppe umzieht, wer als “Trainingstrupp” überwintert und wer den Weihnachtsbraten stellt. :)

    Die Gruppenaufteilung nutzten wir gleich für eine Bestandskontrolle und -bewertung, um dies auch zukünftig in unseren Plänen bzw. Programm festhalten zu können. Umgezogen sind die Schafe dann gruppenweise im Combo. Der Mangel an einem Fahrzeug mit AHK bzw. an einem Hänger mit TÜV machte einen Schaftransport im PKW notwendig. So schlimm fanden es die Schäfgens aber nicht. Jedenfalls guckten sie neugierig aus den Fenstern :)

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