vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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  • Archiv: Mittwoch, 25. März 2009

    Verschnaufpause

    Heute morgen, nichts neues auf der Wiese.
    Bei diesem Wetter, eisekalter Wind, niedrige Temperaturen und eine Himmelsschleuse, die sich scheinbar nicht zwischen Regen und Schnee entscheiden kann, lassen es die Ladys wohl ruhig angehen.
    Ein, zwei der Damen sondern sich etwas ab, haben aber außer einem etwas schnellerem Atemgang keine Anzeichen.
    Bärbelchen zieht sich mit ihrer Mutter in den Unterstand zurück und mag die Weiten der ganzen Wiese so garnicht mehr geniesen. Babs und Boris sind, glaub ich, froh, das sie eng an ihre wehrhafte Mutter gekuschelt bei diesem Wetter in der Ablammbox verbleiben.
    Brigitte und ihrer fürsorglichen Mutter geht es auch prima. Die hysterische “Zweitmutter” hat allerdings noch nicht ganz aufgegeben. Die Ablammbox ist gegen Einbruch verbarrikatiert, wie Fort Knox.
    Meinem “Sorgenschaf” geht es wieder etwas besser. Sie stand heute morgen wieder in ihrer Box und zeigte mir deutlich im Rahmen ihrer gesundheitlichen Möglichkeiten, das sie auf meine Anwesenheit eigentlich keinen Wert legt :)
    Über Nacht hat sie getrunken und das heute von mir angebotene Stroh wurde wählerisch – aber es wurde – gemümmelt! Der Tierarzt verabreichte noch ein paar Medikamente und wird auch die nächsten Tage noch täglich auf die Weide kommen um nach dem Rechten zu sehen. Aber ich bin hoffnungsfroh!

    wenn die Nacht…

    …langsam ihre Dunkelheit ausbreitet, gehen selbst die schlimmsten Tage zu Ende.

    Nachdem ich von Heidelberg zurück war, fuhr ich nochmals auf die Wiese. Der TA kam wenige Minuten später, um sich die kleine Lady von heute morgen anzuschauen.
    Über den Tag wurde sie teilnahmsloser und von einer Nachgeburt war einfach nichts zu finden.
    Warum, würde ich wenige Minuten später erfahren.
    Der TA holte ein weiteres Mädchen zu Tage. Starker Verwesungsgeruch schlug mir entgegen, das Lamm war bereits aufgegast. In der Gebärmutter vollkommen verkeilt, konnte es das Schaf nicht zur Welt bringen.
    Drei tote Lämmer an einem Tag, ist der Horror schlecht hin für mich und meine kleine Schafgruppe. Die Überlebenschancen der Mutter stehen schlecht, stark angegriffen ist doch die Gebärmutter. Eines meiner “großen Hoffnungsträger” kämpft… :(
    Trotzdem bin ich sicher, werde ich in wenigen Minuten wieder ein Lämmlein auf der Weide finden oder eine Mutter bei der Geburt beobachten. Eine der Muttern hat gestern spät abends bereits schwer geatmet. Ich gehe davon aus, das die Presswehen mit dem ersten Tageslicht einsetzen.

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