vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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  • Archiv: Montag, 30. März 2009

    Halbzeit

    Es ist Halbzeit. Das heißt, gut die Hälfte der Muttern haben jetzt gelammt. Zeit für eine erste Übersicht:

    Datum Mädchen Gewicht in kg
    Böckchen Gewicht in kg
    22.03.2009 Bärbel 3,0
    23.03.2009 Babs 2,5 Boris 2,8
    Brigitte 3,5
    25.03.2009 Bernd 4,0
    27.03.2009 Berni 3,5
    28.03.2009 Benno 5,0
    Bianca 2,5 Bernhard 2,5
    30.03.2009 Bela 4,0

    Es bleibt trotzdem weiterhin spanndend :)

    Geburtshelfer

    Es wird nun immer wärmer, die Sonne scheint prächtig. Berni, Bernhard, Bianca und Benno bekommen Ohrmarken und dürfen anschließend raus zu den anderen Lämmern. Tolles Osterwetter und ideal zum lammen, wie es scheint.
    Heute morgen daher, ist deutlich zu sehen “da kommt wieder etwas”. Die Mutter wechselt zwischen unruhigem hin- und hergelaufe, kratzen und hinlegen. Sie ist kurzatmig. Ich bleibe in einiger Entfernung und fülle in der Zwischenzeit die freigewordenen Lämmerboxen mit Heu und Stroh auf. Endlich kommt etwas Fruchtwasser, die Fruchtblase hängt heraus. Ich gehe näher ran, das findet das Schaf allerdings nicht besonders nett. Sie ist beunruhigt durch meine Anwesenheit.
    Also lasse ich sie und fahre erstmal schnell noch etwas Rübenschnitze holen.

    10 Minuten später. Wieder einmal liegt die Mutter und presst, großartige Fortschritte sind aber noch nicht erkennbar auf Entfernung. Ich hole also den Futtereimer aus dem Auto und sammle die ganze Gruppe zur “Kraftfutterparty” im Unterstand.
    Nun hab ich auch die Gelegenheit die werdende Mutter zu separieren. Aus der Nähe sind nun die Füßchen zu sehen.
    Die Mutter legt sich nochmals und presst, eine kleine Nase kommt zum Vorschein. Das Ganze dauert nun schon fast eine Stunde, ich hab das Gefühl die Wehen sind nicht ausreichend um die Kraft zum herauspressen des Köpfchens zu haben.
    Ich leg die Mutter hin und helfe, das erste mal überhaupt für mich.
    Vorsichtig ziehe ich mit der nächsten Wehe an den Füßchen. Ich hab das Gefühl, die Mutter ist nun froh um meine Hilfe und presst fleißig mit. Mit der linken Hand fahre ich nun noch vorsichtig hinter das Köpfchen, damit es gänzlich zum Vorschein kommen kann. Endlich ist der Kopf ist draußen. Bereits nach dem dritten vorsichtigen ziehen rutscht das kleine Böckchen raus.
    Die Mutter beginnt sofort ihn trocken zu lecken. Wenige Minuten später steht der kleine Mann wackelig auf seinen staksigen Beinchen und versucht anschließend die Zitzen zu finden.

    Ich lasse die beiden erstmal in Ruhe. Später werde ich ihn noch wiegen, ihm einen Namen geben und schauen, ob die erste Biestmilch geflossen ist. :)

    mittendrin statt nur dabei

    Samstag bei der morgendlichen Runde hat eines meiner Altschafe auch gelammt. Schon von weitem kann ich das kleine, weiße Etwas erkennen.
    Als ich direkt davor stehe, wundere ich mich über den Winzling. Hat doch Mailevke bereits Anna zur Welt gebracht vor zwei Jahren. Ein schickes großes Schaf, das dieses Jahr auch lammen soll.
    Ich packe das zitternde, kleine Ding also in die Ablammbox und Mailevke dazu. Wasser rein und Heu auffüllen. Während ich so über die Heuraufe schmule sehe ich, aus Mailevke kommt nochmal Fruchtwasser. Es werden also Zwillinge! Sie lässt sich von meiner Nähe nicht stören und so darf ich das erste Mal live dabei sein, wie ein Lamm geboren wird. Auch wenn das Ganze nur knappe 10 Minuten dauert.
    Die beiden heißen jetzt Bernhard & Bianca und wiegen beide je 2,5 Kilöchen :D
    Ebenfalls Samstag auf die Welt gepurzelt ist “Benno”. Der kleine Dicke war schon auf der Welt und trocken geleckt, wie ich kam. Sein stolzes Gewicht (der bisherige Höhepunkt) von 5kg hat ihm seinen Namen eingebracht, frei nach “der Bulle von Tölz” :D

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