vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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  • Archiv: Montag, 15. Juni 2009

    Seminar mit Alun Jones in Reimenrod

    Drei Tage Seminar. Ich war gespannt auf diesen “Seminarmarathon”. Noch mehr gespannt war ich auf Alun. Hatte der ein oder andere “Wiederholungstäter” mir doch viel Positives berichtet.
    So fuhr ich Freitag Morgen bei Sonnenaufgang los, Richtung Reimenrod. Sandra Pohl ist bekannt für ihre ausgesprochen netten Seminarrunden, ihre großen Trainingswiesen, ihre netten Blackface-Schafe und ihre phantastischen Kochkünste und davon immer reichlich. Das Wochenende versprach außerdem viel Sonnenschein. :)
    Gekommen war ich mit zwei Problemen: Jane lief, sofern sie keinen Schafsteller ausmachen konnte, den Outrun im letzten Drittel zu eng. Zu Hause kein Problem, da die Schnucken meist eh durchgestartet waren. Auf fremden Wiesen endeten diese Aktionen allerdings meist im Quertreiben, statt bringen. Mein zweites Problem war ihr heftiger Lift (aufnehmen der Schafe) und das zu mir hin “prügeln” derselben. Langsam ging in letzter Zeit irgendwie überhaupt nicht mehr.
    Alun lies sich zeigen, was ich meinte und los ging es mit den Lösungen.
    Alles im Detail zu erklären, wäre jetzt zu lang. Wir haben Lösungsansätze rausgearbeitet und er hat immer wieder “abgefragt” ob Klein-Jane anfängt, das “steady” auch beim Lift und Fetch umzusetzen. Ja, sie tat es und “I´m happy” :D
    Er zeigte unheimlich viel Vertrauen zu meinem Hund, was ihre selbstständige Arbeitsweise angeht. Als Beispiel sei mal eine Situation beschrieben:
    Wir hatten das Wegtreiben trainiert und irgendwie liefen die Schafe auf einmal davon. Ca. 100m weg Richtung Hänger, in dem sich der Rest der Truppe befand. Ich schickte Jane rechts raus, den Schafen hinterher. Jane lief anfangs korrekt. Die Schafe waren zwischenzeitlich am Hänger angekommen. Dort standen aber auch noch zwei Leute und ein Hund. Jane fing an zu kreuzen und spätestens jetzt glich mein Blutdruck dem eines Wasserkessels kurz bevor es pfeift! Alun sagte einfach zu mir: “say nothing”. Ich tat, wie mir geheißen. Kurz gab es dort hinten etwas durcheinander, dann war Jane hinter den Schafen. Jetzt durfte ich sie ablegen, was sie auch sofort tat. Alun sagte nun zu mir “steady” (unser neues Kommando für vorsichtiges aufstehen und bringen der Schafe). Ich gab Jane das Kommando und sie liftete sie vorsichtig und brachte sie sehr ruhig. Okay, die letzten paar Meter waren gewohnt zackig, aber daran arbeiten wir dann auch weiter ;)
    Allgemein gesagt, hat mich Aluns ruhige Art sehr beeindruckt. Der Mann war, im Gegensatz zu einigen Teilnehmern, auf dem Feld NIE zu hören. Keine Pitch, keine Rascheltüte. Er stand einfach immer an der richtigen Stelle und zeigte dem Hund so, wo er ihn gerne hätte und wo auch nicht. Die meistgebrauchten Worte von ihm waren wahrscheinlich “Entwicklung”,  “Erfahrungen” und “Zuversicht” und auf keinen Fall “Fehler” ;)
    Seine kreativen Ideen, was ein abwechslungsreiches Training angeht, haben mich ebenfalls beeindruckt. Ich gebe zu, ich trainiere da sehr nach “Schema F”. Alun ermunderte uns örtliche Gegebenheiten zu nutzen oder einfach mal eine Bank oder einen Stecken mit einem Mantel auf die Wiese zu stellen, den Pferch zu nutzen, Trichter zu bauen oder Tore aufzustellen, um sie für alles mögliche mit einzubeziehen ;)
    Manueal und Gisela muß ich besonders danken, haben die Beiden sich doch tagelang fleißig als “Translator” zur Verfügung gestellt und so allen Teilnehmern ermöglicht, ihre Probleme und die Trainingsansätze auch bei spärlichen Englischkenntnissen zu erörtern.
    Lange in Erinnerung bleiben wird mir auch der Samstag Abend. Alun und Gisela schwärmten über die Besonderheiten und Tücken einiger walisischer Trialfelder und Gisela gab später noch lustige Geschichten von vergangenen Continentals zum Besten. :D
    Ich freue mich jedenfalls auf das Seminar im November und hoffe, wir können bis dahin die mitgenommenen Hausaufgaben erfolgreich umsetzen. :)

    Bilder vom Seminar folgen auch noch.

    Bilder gibt es im Picasa Webalbum und hier gibt es eine kleine Slideshow:

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