vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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  • Archiv: Sonntag, 13. September 2009

    Koppelgebrauchshundeprüfung

    12. September 2009bis13. September 2009

    nichts gewonnen, aber jeder Menge mitgenommen

    so kann ich unsere Erfahrungen nennen. Vorab: die Kamera habe ich garnicht ausgepackt und wir sind  “durchgefallen” ;)
    Am 12.9. traf ich früh morgens in Lommersdorf ein. Den Parcourplan von Richter Volker Aust durfte ich erstmal bei einem Kaffee noch ein wenig mit Schäfchen, Hunden und Handlerstrichmännchen ausschmücken, dann ging es auf die Wiese. Treibstrecken wurden markiert, Start- und Stellpfosten mit Flatterbändchen bestückt, Sortieranlage und Maltereserkreuz aufgestellt.
    Kurzerhand wurde ich nicht als Fotografierer, sondern als Schafsteller, zusammen mit Sandra Gierling “abkommandiert”. Mit nur einem Hund war das ganz schön anstrengend (auch wenn es sich hier um die “große Schwester” handelte) und so durfte Jane ihr Debut als “Schafsteller und -sortierer” geben. Auch da gibts ´ne Menge zu beachten und zu lernen und so waren es zwei unvergleichliche Tage. Man lernt eine Menge über Schafe und seinen Hund, wenn der mal richtig “malochen” darf :D

    Außerdem konnten wir viele Übungsansätze von zu Hause mal in der praktischen Anwendung und unter Zeitdruck austesten.
    Kurzkommandos, zurück schauen, Ziegen mitnehmen, verschiedene Rassen (bummelndes Jakobsschaf hinten und ausbruchfreudiges Blackface vorne), sortieren, sortieren, sortieren….so als Beispiele :D

    Zu unserem Lauf: Sonntag morgen gleich als Erste durften wir starten. Unser altbekanntes Problem, die Schafe müssen über den Fetch rennen, tauchte wieder auf. Jane bemerkte meine Aufregung (und ich schwöre: die Verknüpfung “aufgeregter Handler, fremde Schafe und STOCK in der Hand” sitzt bei dem Hund! :D ). Naja, jedenfalls gabs mächtig Punkteabzug für den Outrun (-3 für zweites Kommando) heftigen Lift (“-5 schreit, hastig” und das bringen (“-5 offline”). Beim Malteserkreuz zog es die Schafe geradeaus Richtung Auslaßpferch. Eigentlich sollten sie hier aber brav nach links abbiegen. Jane reagiert und läuft nach links, da sie dort sowieso die ganze Zeit gecovert hat. Ich wieder….will es richtig machen, schicke sie rechts. Zu spät: ein Schaf hatte sich uneinholbar vom Acker gemacht. Kommentar vom Richter:  “vertrau mal Deinem Hund” und meine Erkenntnis: manche Fehler muß man einfach mehrmals machen. :roll:

    Zum üben durften wir Sonntag nachmittag, nach Abschluß der KGP, eine Schafgruppe mal durch das Malteserkreuz laufen lassen. Diesmal ohne großartige Kommentare von mir (und ohne Stock in der Hand ;) ), Hund einfach machen lassen. Super geklappt. Ich merke es mir einfach für´s nächste mal und bis dahin werden wir mal die Feldwege als Malteserkreuze betrachten… ;)
    Wie es richtig geht haben einige Teams gezeigt, bei drei hat es schlußendlich auch für ein “bestanden” gereicht. Sehr verdient, wie ich finde. :)

    Hier der Parcourplan (danke Volker) der Prüfung. Links neben dem Malteserkreuz befand sich in Sichtweide der Auslaßpferch. Der Ruhepferch war weit den Hang runter links von der Sortieranlage bzw. am Sonntag weit, weit hinter dem Hänger :)

    parcoursplan

    Litzen Update

    Neues von der “Litzenfront”.

    Der Trainingstrupp wurde für drei Tage “probehalber eingelitzt”. Haspelpfahl gestellt. Eckpfosten eingerammt. Litzen gespannt, die Litzenanordnung habe ich diesmal verändert. Die beiden Haspeln mit der “guten, besonders leitfähigen” Litze hängen jetzt unten und in der Mitte, statt unten und ganz oben. Meine Moorschnucken würden lieber durchlaufen (wie die Böcke), aber irgendwo drüber gehüpft ist bei mir noch kein Schaf. Weiße Pfosten noch gesetzt, und die Litze eingefädelt, Strom drauf und dann….0.8kV :shock:
    Also die Tips von Bekannten im Geiste durchgegangen “Erdung optimieren”. Ich habe deshalb die unterste Bandlitze des bestehenden Systems zur Nachbarweide als Erdung genutzt. Der Stromprüfer zeigt 1.2kV an! In Gedanken nutze ich bereits mein Rückgaberecht! Wie war das noch? “Geh die Litze ab, wo es den Strom abzieht knistert es”. Gesagt, getan: An einer Haspel ist die Litze nicht ordentlich aufgerollt, ein Funke springt zum Haspelpfahl über. Ich behebe das und habe plötzlich 7kV auf den Leitungen!
    Mittlerweile stehen die Mutterschafe mitsamt ihren ausbruchfreudigen Böcken ebenfalls seit drei Tagen in den Litzen. Auch hier bisher ohne Ausbrüche.

    Zwischenfazit:
    Die metallenen Eckpfosten sind für die trockenen Böden meiner Ausgleichflächen schlecht geeignet. Sie müssen mit dem Hammer eingeschlagen werden und werden dadurch in einem halben Jahr wahrscheinlich genauso “verklopft” aussehen, wie meine Erdungsstäbe. An der Aufbauzeit werde ich noch arbeiten müssen. Von der Haspel abspringende, sich in einem wilden Knäuel befindliche Litze kostete mich beim letzten Aufbau Stunden und ca. 100m Litze! Beginnende Dunkelheit zwang mich, die Litze zu kürzen :shock:
    Die Litze lässt sich ab ca. 200m nur noch schwer ziehen, gegen Ende hat das Ganze was von “kämpfen” an sich. Bisher sehe ich nicht, wo sich dieses System leicht für eine Person aufbauen lässt…

    Litze aufwickelnHaspelpfahlLitze*autsch*bevorzugen den Schattenplatz

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