vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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  • Archiv: Dienstag, 16. März 2010

    Gerade noch rechtzeitig…

    …kamen wir heute morgen auf die Weide.
    Normalerweise liegen gut verteilt lauter “Wollberge” auf der Weide rum, die sich nach und nach erheben, um sich in Richtung Futtereimer zu bewegen, wenn ich auf der Fläche erscheine. Nur heute, blieb eine liegen. Beim zweiten Blick konnte ich dann erkennen warum. Alle vier Beine in die Luft gestreckt, bewegungs- und hilflos lag eine meiner Muttern auf dem Rücken!
    Dort angekommen, erkannte ich meine Marie, die sich schon fast aufgegeben hatte. Schnell drehte ich sie rum und mit Pausen und langsamen Schritten lief sie mit mir die 10m bis zur Ablammbox. Dort stand sie sehr erschöpft, wenn auch schon wieder etwas zaghaft am angebotenen Heu zupfend. Dennoch rief ich den Tierarzt. Noch einen Verlust einer hochtragenden Mutter für dieses Jahr wollte ich auf keinen Fall riskieren.
    Der Tierarzt kam auch rasch und seine Aussichten sind nicht die Besten. “Trächtigkeitstoxikose” lautet seine Diagnose. Die nächsten Tage sind äußerst kritisch für Marie und ihre ungeborenen Lämmer. Ich hoffe, die verabreichte Glukose hilft ihr fürs Erste. Sie wird nun verstärkt beobachtet, da ich keinerlei “typische” Vorzeichen erkennen konnte. Marie ist eines meiner frechen Schafe, die, um an die Kartoffeln zu kommen, auch mich schonmal über den Haufen rennen. Sie ist immer die erste, wenn frisches Heu aufgefüllt wird und zupft immer die leckersten Blätter. Von Appetitlosigkeit war nichts zu sehen. Nur das sie mehr quadratisch ist und schwer atmet, lies vermuten, das sie ihre Last hat mit den (vermuteten) Zwillingen.

    die Langsamkeit des Seins

    Forsche 3,6kg Cecile erobern unser Büro, haben die Hunde im Griff und “hinterlassen” wo es gerade hinfällt. Ihre Fütterungszeiten sind jetzt auf alle 5 Stunden ausgedehnt, die Wassermenge auf 150ml (Tränkemenge ca. 200ml). Über Nacht klappt es auch schon ganz gut mit 9 Stunden Pause, wie im Schaf Forum empfohlen.

    Da die Stubenreinheit aber nicht so 100%ig funktioniert sind wir so oft es geht draußen unterwegs. Cecile begleitet mich jeden Morgen und Abend zu ihren Geschwistern und Tanten. Mit etwas Überzeugung mischt sie sich unter die anderen Lämmer. Das rumknuspern am frischen Heu kann sie schon perfekt. So hoffe ich, das sie auch später irgendwo ausreichend “Schaf” bleibt, auch wenn sie mittlerweile daheim unser Sofa entdeckt hat und es sich auf unserer Decke bequem macht, wenn man nicht aufpasst.
    Wenn wir mit den Hunden draußen sind, bewegen wir uns nun eher “schaftypisch” langsam auf der Wiese mit vielen Stops. Cecile nutzt die Zeit um ersten Aufwuchs zu naschen, trockene Halme vom letzten Jahr abzulutschen und die Hunde vertreiben sich die Zeit um Mäuselöcher auszugraben.
    So langsam und gemütlich ist also Schafalltag :D

    Mittagspause im Büro in der “Lammbox” :D

    ein kleiner, grüner Punkt

    Ein kleiner, grüner Punkt ziert nun Janes Eintrag im Zuchtbuch der ABCD e.V.
    Knapp, aber geschafft, dürfen wir mit den erreichten Punkten nun das Prädikat “Leistungszucht” tragen und das bei unserem zweiten Start in Klasse 2 *hüpf im Kreis* :D
    Das Trial in Rheinbach wurde vom 7.März auf den 14. März verschoben und so konnten wir uns bei schneelosem Wetter, angenehmen Temperaturen und ordentlichem Wind zu einem kleinen, schicken, perfekt organisiertem Trial bei Sammy und Lux und ihrem Zweibeiner Rudy treffen. Die drei arbeiten mit Skudden und so durfte sich jeder der neun Starter an einem flitzigen Trupp von vier von diesem Minischafen versuchen. Kleine Schafe, große Herausforderung! :)

    Der Vorteil, wenn man nur einen Hund startet ist der, daß man immer ziemlich in der Mitte dran ist. Genug Zeit also, um andere Läufe zu beobachten und wie die Schafe sich verhalten.
    Das Feld war großzügig gute 200m lang und 100m breit (ich bin schlecht im schätzen). Nach rechts leicht abfallend. Der Wind kam vom Stellpfosten, man pfiff also gegen die Kräfte der Natur an :) Auf beiden Seiten war großzügig Platz. Die Skudden hatten beim aufnehmen keinen Zug zum Auslaßpferch, da dort auch immer der Schafstellerhund lag. Dafür gaben sie direkt nach dem Lift Gas um zum Ausgang zu gelangen, der sich gleich rechts hinter dem Startpfosten befand. Beim Drive war wahlweise Zug zum Auslaß oder zum Ruhepferch. Je nachdem welche Skudde sich gerade was so überlegte :D
    Dafür waren die kleinen Biester dankbare Sheddingschafe. Gut zu sortieren, leicht bildende Lücken und dann blieben sie oft stehen und warteten auf den weiteren Einsatz.

    Nun zu unseren Läufen:
    Da Jane rechts schlechter läuft (und wir daran verstärkt üben ab sofort ;) ) schickte ich sie links (20 Punkte). Sie legt sich kurz ab und liftet gewohnt vorsichtig (10 Punkte). Auf dem Fetch bekam sie von mir eigentlich nur Flankierkommandos. Sie hat die Schafe aber ohne meine großes Zutun gut auf Linie gehalten. (16 Punkte). Ich hab mir Mühe gegeben, dem kleinen Hund die Freiheiten (und die wenigen Kommandos) zu geben, die sie braucht, um mit mir langsamdenkender Person trotzdem ein gutes Ergebnis zu holen bei den Flitzeschafen.
    Der Turn war eigentlich kein richtiger. Wir haben den Platz einer vierspurigen Autobahn gebraucht, um die Schäfchen um den Pfosten zu bekommen. Das wird uns die meisten Punkte gekostet haben.
    Der Drive war ganz ordentlich, denk ich (23 Punkte) – irgendwie hab ich aber einen Blackout. Mir fehlt ein wenig die Erinnerung. Ich bin einfach zu aufgeregt in Klasse 2!
    Der Shed wird mit 2 Punkten belohnt. Mindestens ein Fehlversuch durch falsche Vorbereitung war es auf jeden Fall. Was für mich persönlich aber zählt, war: WIR HABEN GESHEDET! Unter der Aufregung und dem Zeitdruck eines Trials. Trotz Janes Verwirrung, da beide Schafgruppen weglaufen, sie also nicht den von daheim gewohnten Widerstand bei den Schafen hat. Es hat letztendlich geklappt! :D
    Das Einpferchen haben uns die Schafe leicht gemacht, fast im gestreckten Galopp sind sie rein in den Pen (9 Punkte). Macht gesamt 80 Punkte und bis dahin waren wir auf Platz 3 und ich war so stolz auf “dat Puppinger”.
    Allerdings gab es noch ein kleines “Gimmig” obendrauf. Die fünf besten Teams durften nochmal laufen.
    Zweitläufe sehe ich immer sehr positiv. Jane hat dazu gelernt, kann nun Schafe und Gelände besser abschätzen und ich weiß das und bin auch *etwas* ruhiger. :)
    Der Parcour wurde nun leicht verändert. Der Stellpfosten wurde nach links gezogen. Der Startpfosten nach hinten verlegt. Der Outrun betrug nun 140m und der Turn war zwischen dem ersten Stellpfosten und dem neuen. Also kein Turn um den Handler, sondern VOR dem Handler ;)
    Ich schicke Jane wieder links (19 Punkte) und trotz Janes gefühlvoller Art, nehmen ihr die Sküddchen den geringen Abstand übel (7 Punkte). Im rasenten Tempo gehts den Fetch runter, knapp am Tor vorbei. Ich ziehe Jane aber rechtzeitig auf die Flanke und so schaffen wir den Turn vor mir, obwohl nie geübt! (8 Punkte)
    Der Drive – da war der Wurm drin. Falsche Kommandos, von Jane genommen und eine sich auseinander ziehende Gruppe lässt uns zick-zack, statt Linien abliefern. (21 Punkte).
    Der Shed dafür besser als beim ersten mal (6 Punkte), dafür vermasseln wir es beim Pferch. Eine läuft rein, drei laufen dran vorbei. Die drei liefern nun Ringelrein, also No. 4 nochmal raus aus dem Pferch, Ruhe rein und neuer Anlauf. Belohnt wird der Rest noch mit 6 Punkten. Mit 67 Punkten schlagen wir uns tapfer durch, wenn auch nicht mit Ruhm bekleckert.
    Trotzdem reicht die Summe unserer beiden Läufe für den 1. Platz! :D

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