vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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  • Archiv: Mai 2010

    Trial in Grebenau

    29. Mai 2010bis30. Mai 2010

    …oder “viva la Ramazzotti” :D aber dazu später mehr….

    Sandra hatte wieder einmal in das schöne Grebenau gerufen zum Trial Klasse I und II.
    Die Zusage als Schafsteller und Auslasspferchwerkler hatte Sandra eh pauschal und so meldeten wir uns flux auch noch an um mitzulaufen.
    Es war wieder das schmale, talartige Feld, auf dem wir bereits erste Erfahrungen im letzten Herbst sammeln durften.
    Diesmal liefen wir allerdings Kl. II und das war dann doch etwas anders ;)

    Der Fetch nur was um die 100m dafür oben auf der “Anhöhe” und geknickt. Schräg treiben bis zum Fetchtor war gefordert und von dort aus gerade. Turn ca. 5 m vor dem Handler im Uhrzeigersinn, dann rauf zum ersten Treibtor, von dort sollte es rüber gehen zum zweiten Treibtor, bei dem dann deutlicher Zug zum Unterstand herrschte und von dort in den Hänger und danach….MALTESERKREUZ!
    Einige male hatten wir das ja nun schon getestet bei unseren netten Trainingsverabredungen und immer hatte ich festgestellt:
    a) es gehen NIE alle Schafe rein, eines rennt mindestens vorbei,
    b) beim ersten mal gehen die Schafe sowieso nie durch,
    c) Malteserkreuz ist echt ´ne doofe Erfindung :D

    Unser Samstag-Lauf:
    Der Stellpfosten war ja nun von Handlersicht aus stark nach rechts gezogen und daher bot es sich einfach an, den Hund über links zu schicken. Wichtig allerdings war es, dass der Hund bevor man ihn schickte, auch die Schafe gesehen hatte, denn: der Hund verlor während des Outruns die Schafe aus den Augen und man konnte den Hund beim Lift nicht sehen und daher auch kaum sinnvolle Kommandos geben. Nur die Reaktion der Schafe verriet, ob “da oben” alles funzt wie es soll :)
    Ich zeige Jane also die Schafe und schicke sie links. Weg isse und ich warte. Da wir für Klasse I die Schafe gestellt haben, ist meine größte Befürchtung, dass Jane einfach zum Auslaßpferch läuft und dort ihren “Job” wieder aufnimmt. Also geb ich “ins Blaue hinein” ein “get up” und siehe da, die Schafe bewegen sich (Jane hat das Ganze ganz gut ohne mein Kommando gemanagt, ich war nur zu ungeduldig, erfuhr ich dann später) 20 Punkte. Sie liftet sauber (9 Punkte) und auf geht es zum Fetchtor. Der schräge Teil ist lt. Scoresheed “leicht off”, Geometrie war nie meine Stärke ;) Den Turn wollte ich besonders schön eng, leider gingen drei Schafe eben zu eng und dadurch dran vorbei (16,5 Punkte). Drive ganz zufrieden, waren trotzdem Dellen drin (26 Punkte). Shed fiel aus, die Zeit brauchte ich auch beim Pen. Statt einem Pferch gab es einen Hänger, den die Schafe normalerweise bereitwillig annehmen. Nur ich stellte mich dusselig an und wuselte eine gefühlte Ewigkeit mit Jane am Trailer herum (8 Punkte).
    Dann das Malteserkreuz. Was soll ich schreiben?
    Es nimmt sich ein Richter 8 Horden und stellt vier Gänge wie ein Kreuz zusammen. So dicht, das nur je ein Schaf durchpasst. Erst müssen die Schafe, schön wie Perlchen auf einer Schnur in den einen Schenkel rein und gerade durch, dann draußen abbiegen und durch den anderen Schenkel. Netterweise darf man nur in dem Viertel des Kreuzes bleiben, in dem sich beide Eingänge für die Schafe befinden. Den Rest muß der Hund machen. Wir hatten hier unseren ersten Treibschenkel vom Feld weg (dafür mit Zug nach links zum Ausgang, abbiegen im Malteserkreuz ist aber nicht erlaubt) und beim zweiten Treibschenkel schräg zum Hänger.
    Der erste Schenkel des Kreuzes ging noch. Ein/zweimal sind die Damen und Herren vorbei marschiert aber Dank Janes superkonzentriertem Mitarbeiten konnten wir sie überreden brav durchzugehen. Dann der zweite Treibschenkel, immer und immer wieder wehren sich die Schäfchen erfolgreich dagegen. Die Zeit rinnt…
    Schließlich stapft das erste rein läuft langsam vor, der Rest fädelt sich auf, da hupt es von hinten! TIME! *Aaaargh* Die Schafe müssen trotzdem durch…da bin ich trotzig :P
    79,5 Punkte von 110 – teilweise hart erkämpft an Pferch und Malteserkreuz und ausreichend für Platz 1.

    In netter Damenrunde lassen wir den Abend ausklingen. In alter Grebenauer Tradition bis in die frühen Morgenstunden und mit reichlich Ramazzotti :D

    Sonntag morgen startet zuerst Klasse II.
    Der erste Starter zieht seinen Hund zurück und so stehe ich auf einmal als erste am Pfosten. Prima. Mit “Rest-Ramazzotti” im Blut und ohne dass ich andere Läufe gesehen habe eine ganz neue Herausforderung.
    Jane holt die Schafe in gewohnt netter Art (20 Punkte Outrun, 9 Punkte lift) und bringt sie *Zucker* (19 Punkte). Das Treiben diesmal genau anders. Turn ist im Uhrzeigersinn. Das zweite Treibtor von gestern ist nun das erste. Jane schiebt sie sauber durch, quertreiben und durch das zweite Treibtor. Von hinten höre ich eine Stimme: “Ich dachte, das müssen wir andersrum…” Keine Ahnung, was der meint! :D
    Schafe in den Sheddingring und erster Versuch. Leider gebe ich den Schafen nicht genug Raum, sie laufen hinter mir wieder zusammen. Der nächste Versuch klappt besser (7 Punkte). Den Trailer schenken mir die Schafe praktisch (7 Punkte). Malteserkreuz again. Erster Schenkel so “lala” aber sie gehen durch. Zweiter Treibschenkel, reden wir nicht drüber. Die Schafe gehen durch, eins, zwei, drei, vier. Extra langsam, denn No. 5 ist eine dieser Heidschnucken. Die meint natürlich, sie muß dran vorbei. An mir und ich steh im Weg. Reflexartig knall ich ihr das Knie vor den Kopf. Gibt ´ne satte Rüge von der Richterin und beschämende 2 Punkte mit dem Hinweis “kurz vorm dis”. Recht hat sie aber ich meinen Willen gegenüber dem Schaf durchgesetzt. Alle Schafe durchs Kreuz! :D
    Ich bin zufrieden mit dem Lauf und räum die Schafe ab. Nachdem der nächste Teilnehmer “die Wache” am Ruhepferch übernimmt, lauf ich vor und sehe den nächsten Lauf. Warum schiebt DER jetzt aber die Schafe von vorn durch das zweite Treibtor? Ich hab sie doch von hinten….? :shock:
    Was auch immer mich da geritten hat….”beim Tor wird NIE von hinten durchgetrieben” steht bei den verbliebenen 20 Drive Punkten im Scoresheet ;)
    Die 84 Punkte von 120 reichen trotzdem noch für Platz 2.
    Und beim nächsten Trial wird das alles besser, vor allem mit dem zweiten Treibtor :D

    warum?

    Heute morgen der Anruf: “ich glaube, das Lamm ist tot”. Als ich auf der Wiese ankam, bestätigten sich meine schlimmsten Befürchtungen. Glaubte ich im ersten Moment noch, ein tragischer Unfall durch das nächtliche Unwetter habe “Cute” das Leben gekostet, so wurde ich schnell eines Besseren belehrt.
    Die Herde verschreckt, die Mutter noch immer nach ihrem Lamm rufend und “Cute”? Mit gebrochenem Genick, blutüberströmt, Risswunden vom schütteln und Bißwunden im Hinterlauf, so fand ich sie vor. Lang konnte es nicht hergewesen sein, sie war noch nicht steif. Gesehen hat niemand was. Im Moment bin ich einfach nur fassungslos und wütend….

    schwarzes Schaf

    Ein schwarzes Schaf hat fast jeder in seiner Herde, ob sichtbar oder nicht. Ich hab nun gleich sechs davon, die aber erstmal separat stehen. Die “Jungens, Jungens” fühlen sich wohl, kommen gerannt wenn man sie ruft und wir werden im Herbst sehen welche der Damen (es sind nicht alles “Jungens”) das schwarze Schaf inmitten der weißen Moorschnucken sein wird :D

    Pfingsten

    Das schöne Pfingstwetter nutzte ich, um wieder einmal mein Lieblingsmotiv vor die Kamera zu bekommen :)

    Diesmal war Coffee – genannt “Cöffle” – eine “pechschwarze Herausforderung” mein Motiv.

    mehr Bilder hier.

    Schafschur

    28. Mai 2010

    Voraussage ist: fast kein Regen. Die “Pullover” sind geöffnet. Wir hoffen auf halbwegs trockene Wolle und die Schafe werden froh sein, den alten “Wintermantel” loszuwerden.

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