vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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    Manche Dinge dauern ewig

    Eine Mutter muß noch lammen und die will nicht :(
    Marie und die vergesellschaftete Diepholzerin mit ihrem Bocklämmchen durften heute die ersten Sonnenstrahlen auf der ganzen Wiese geniesen. Die kleine Diepholzerin hatte sowieso schon versucht, ob man die Ablammbox nicht im Sprung überwinden kann. Fehlten heute morgen also nur die “gelben Ohrringe” und ab in die Freiheit.
    Die verbleibende Mutter sonderte sich nun seit einigen Tagen schon ab. Euter war aber keines zu sehen und ihr Freßverhalten gefiel mir garnicht. Ich sah sie eigentlich immer nur wiederkäuend rumstehen oder -liegen.
    Sicher ist sicher und so kam die Tierärztin heute mittag vorbei. Ist aber falscher Alarm. Der werdenten Mama geht es den Umständen entsprechend gut. Der Pansen arbeitet auch, was will ich mehr? Ach, ja. Ein Lämmchen, wäre schön :D

    da waren´s nur noch vier

    Heute hat sich nun endlich Schäfchen No. 10 entschlossen zu lammen. Nachmittags lagen zwei süße Zwillingsmädchen im Unterstand. Noch wackelig auf den Beinen und erschöpft, aber mit einer fürsorglichen Mama gesegnet. Da ihre Mutter auch ein eher kleines Exemplar in meiner Moorschnucken-Runde ist, sind die zwei kleinen Lämmchen mit 2,7 und 2,8 kg eher der Sorte “klein und putzig” zuzurechnen. :)
    Die kleine 3kg Cecile von letzter Woche macht mir Sorgen. Sie ist zusammen mit dem großen Bruder und ihrer Mutter wieder in der Ablammbox. Die Kleine ist nicht so fit wie der Bruder und wird von ihrer Mutter weniger fürsorglich behandelt, zumindest wenn ich dabei bin. Klein und mit Buckel stand sie bei der letzten Kältewelle im Unterstand. Ihr verschmierter, gelber Hintern, Körpertemperatur und Gewicht zeigt zwar, das sie was abbekommt vom Euter, ihr eingeschränkter Bewegungsdrang und die ständigen Versuche ans Euter zu kommen, sprechen allerdings eine andere Sprache. Das Trio steht unter Beobachtung!

    zwei Schritte vor und einen zurück

    So gehts mir z.Z. mit Anna und ihren beiden Buben. Hatte sie die zwei in der Lämmerbox nun endlich angenommen, sah das draußen schon wieder ganz anders aus.
    Gestern nach dem füttern, konnte ich ihren “Eiertanz” wieder beobachten. Während alle anderen Muttern die Kraftfuttergabe sozusagen umgehend an ihre Lämmer weiterleiten, scheint Anna etwas egoistischer zu sein. Also, wieder ab in die Box. Nochmal aufgesetzt. Der kleine “Bit” stürzte sich augenblicklich auf das Euter, während “Brat” das sehr gelassen sah.
    Heute morgen dann, war Anna wieder draußen. Sie hatte sich das Gitter aufgedrückt und spazierte mit beiden Lämmern wieder über die Wiese. Diesmal regnete es allerdings und ich mußte feststellen, das “Bit” mit Buckel auf der Wiese stand. Ein deutliches Zeichen, das er friert.
    Also Anna diesmal in die ausbruchsichere Ablammbox, aufgesetzt und “Bit” sich wieder auf das Euter stürzen lassen.
    Das Ende vom Lied: “Bit” hat heute Mittag seine erste Flasche bekommen. 200ml fast auf einen Zug ausgetrunken und wird nun also doch ein Flaschenlamm. Dennoch wird er mit Mama und Brüderchen auf der Weide bleiben, um “Schaf” zu bleiben.

    Muttergefühle für Anfänger

    Das wiederholte Festhalten und das Durchhaltevermögen der Lämmer haben sich ausgezahlt. Anna ist mittlerweile eine tolle Mutter. Lässt beide Lämmer trinken, kein rumschupsen mehr in der Box. Die Temperaturen beider Lämmer sind nun konstant gut, klein “Bit” zeigt keine Anzeichen mehr von Dehydration.
    Trotzdem wird sie bis zum Ende der Woche noch mit ihren Lämmern in der Box bleiben, auch wenn die beiden Racker schon neugierig durch die Gitter schauen und wohl am liebsten mit den anderen Lämmern rumhüpfen würden.

    Ja – Nein – JEIN

    Meine Anna hatte gestern nun endlich deutliche Anzeichen für eine baldige Niederkunft. Sie lag doch lieber weiter rum, statt wie der Rest dem Kraftfuttereimer nachzurennen und hielt sich auffällig abseits und dazu in der Nähe des Unterstandes.
    Also hab ich gestern abend das Fahrrad rausgeholt und den zwei Hunden kurzerhand ein kleines Fitnesstraining zur Weide gegönnt. Ich wollte schauen, ob bei Anna heute morgen denn mit einem Lämmchen zu rechnen ist.

    An der Weide angekommen, war gleich zu sehen, da stimmt was nicht. Aufruhr in der ganzen Gruppe! Der Grund war gleich zu sehen, ein frischgeborenes kleines Lämmchen versuchte bei allen möglichen Muttern “anzudocken” und wurde ziemlich unsanft in seine Schranken gewiesen. Ich hab das kleine Ding also eingesammelt und geschaut, wo die Muttern wohl ist. Anna war schnell ausgemacht. Doch irgendwie rannte die lieber panisch meckernd und suchend zwischen all den anderen Schafen herum. Von dem Lämmlein wollte sie so garnichts wissen. Nun stellte ich auch noch fest, das noch ein zweites kleines Lämmlein suchend in der Gruppe herum irrte. Also auch das eingesammelt und dem lief Anna dann endlich hinterher zur Ablammbox.
    Dort waren die drei dann auch schnell drin verschlossen und damit nahm das Drama seinen Lauf.
    Anna war mit den Lämmern vollkommen überfordert und boxte sie sehr unanft von sich. Von trinken lassen war keine Rede.
    Also hab ich die Mama auf den Popo gesetzt, die Zitzen kurz freigemolken und die zwei kleinen den ersten Schluck Biestmilch nehmen lassen.
    Der Rest der Schafmütter war nun mit frischem Wasser und Kraftfutter schnell zufrieden gestellt und ich konnte Anna noch ein wenig beobachten. Leider lies sie sich auch durch eine Extraportion Kraftfutter nicht davon überzeugen, wenigstens beim Fressen still zu stehen, damit ihre Lämmer trinken können. Also hab ich sie fixiert und die beiden Böckchen animiert, die Zitzen zu suchen. Zwischenzeitlich simste ich fleißig nach Milchersatzpulver und ob ich es hole oder doch nicht ;)
    Bis kurz nach Mitternacht konnte ich Anna durch anfängliches festhalten dann doch überzeugen, die Lämmer trinken zu lassen.

    Heute morgen dann gegen halb vier bin ich wieder auf die Wiese. Die beiden Lämmer und deren doch unsanfte Behandlung durch ihre Mutter lies mir keine Ruhe. Anna vollführte ihren beliebten “Eiertanz” um zu vermeiden, das die Böckchen ans Euter gelangen konnte. Also wieder festgehalten, wieder lies sie nach anfänglichem Festhalten beide trinken.
    Morgens halb acht, selbes Spiel. Anna lässt die beiden ohne meine Anwesenheit scheinbar nicht ans Euter. Der kleinere von beiden “Bitt” wiegt nur 2,2kg und hatte zudem nur 38° C. Der größere “Brad”, obwohl von Anna am unsanftesten behandelt, hatte dagegen 2,5kg und gute 39°C. Hatte der einmal die Zitze erreicht, lies sie auch nicht mehr los und zutzelte in vollen Zügen. Der kleine “Bitt” dagegen verlor die Zitze öfters, suchte an den falschesten Stellen. Annas mangelnde Kooperation macht ihm das Ganze auch nicht unbedingt einfacher.

    Was haben wir nun alles schon versucht?
    Aufsetzen: rabiat und mit Stress für Muttern verbunden und unbeliebt bei den Lämmern
    Festhalten: stressig für die Mutter, okay für die Lämmer. Alle zwei Stunden die Mutter zum Zwangsstillen verdonnern ist allerdings auch nicht das Gelbe vom Ei
    Hund vor die Ablammbox, um den Mutterinstinkt zu wecken: funktioniert nicht, Anna kennt Erin genau ;)
    Die Lämmer heute Vormittag mal für zwei Stunden mitgenommen: Anna topt in ihrer Box, ruft nach den Lämmern. Nur trinken dürfen sie danach trotzdem nicht :(
    Zufüttern mit der Flasche: ausgerechnet der kleine “Bitt” verweigert die Flasche komplett.

    Also prüfe ich weiterhin Temperatur, Elastizität der Haut und biete die Flasche an.
    Wir werden sehen, was die Osterfeiertage bringen….

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