vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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    keine Lust

    …zum laufen heute bei den Schafen.
    Gestern Tauwetter und heute wieder eisig. Die dünne Schneeschicht ist nun von einem eisigen Überzug bedeckt. Läuft sich wie auf Eischnee.
    Den Schafen scheint das unangenehm zu sein. Sie brechen sofort durch auf dieser Schicht. Ich denke, die Eisschicht schmerzt am Kronsaum. Daher heute kein freudiges “oh, der schwarze Futtereimer mit den zwei Beinen am Henkel kommt”- Gerenne :D sondern abwarten am Unterstand. Auch gut.
    Den Böckchen geht es ähnlich. Die sonst so lauffreudigen Burschen bleiben lieber gleich vor der Heuraufe stehen, um das “Tagesaktuellste” rauszuzupfen.
    Auch Erin und Jane haben keine rechte Freude am Spaziergang. Jane – das kleine Leichtgewicht – bricht allzuoft auch nicht gleich durch, sondern rutscht erstmal auf der Eisschicht. Unsere Touren draußen begrenzen wir daher heute einfach auf das Nötigste.

    knackige -12°C

    …zeigte das Thermometer gestern an, als ich die Runde zu den Schafen startete. Schnee lag kaum welcher. Großteils war es einfach grün, dafür betonharter Boden. Eines der Stromgeräte hat (aufgrund der Kälte?) den Geist aufgegeben.
    Das tägliche “heißes Wasser schleppen” hat nun begonnen. Trotzdem friert die Tränke schneller zu, als ich mit den Kanistern wieder komme. Dank der Kartoffeln ist die Wasseraufnahme aber gering.  Aufgrund der Kälte habe ich die Rüpenschnitzel diesmal eingeweicht und die dampfende Pampe mit den Kartoffeln verfüttert. Eine Kombination die nicht unbedingt lecker aussah aber ebenfalls sehr gut ankam.
    Die “Herren der Schöpfung” dagegen lehnen jegliche zusätzliche Fütterung kategorisch ab. Sie begnügen sich mit dem immer spärlicher werdenden Grün und ein wenig Heu. Wir werden sehen, ob das für Ostern so ausreicht :roll:

    Die Hunde sind z.Z. vollkommen arbeitslos. Die Schafe sollen bei diesen Temperaturen die zugefütterte Energie nicht “verschwenden”. Ihre “Auslastung” finden die beiden momentan in rennen und springen während der Spaziergänge, reichlichem auf der Couch rumlungern und um Brezeln betteln und schlafen, schlafen, schlafen :)

    die Rübenschnitzelpampeund so wird da geträngelt und geschupstein saukalter Tag neigt sich dem Ende

    Rheinland-Trophy Teil II

    7. November 2009bis8. November 2009

    am 07. und 08. November in Blankenheim. Wir starten gewinnen Klasse I :D

    Das Feld ist großzügig, nach dem Feldrand links leicht abfallend. Rechts begrenzt von einem asphaltierten Feldweg. Die Zuschauer können vor den eiskalten Eifelwinden Zuflucht in der Scheune und den Pavillons davor suchen. Die Treibdistanzen für Klasse 1 entsprechen denen von Klasse 2. Danach folgt ein Slalom und der Pen. Der Auslaßpferch direkt im Blick der Hunde, aber mit Planen verdeckt. Für die meisten Hunde daher kein Problem. Der Ruhepferch ist links. Dort wo das Feld bereits merkliche Hanglage aufweist. Die Schafe sehen ihre “Genossen” nur direkt nach dem ersten Treibtor. Der Zug dort ist dann auch “rasend” ;) Die Herde ist gemischt und besteht aus Jakobsschafen, Blackface, grauen gehörnten Heidschnucken, deren Mischungen und “Putzis” (Skudden), die es sowas von in sich haben…. :D
    Das Trial ist sehr spartanisch, ohne Verpflegung oder Getränke. In der Pampa der Eifel bei dieser zugigen Kälte am Samstag wahrlich eine Herausforderung, die bei mir doch die Frage aufwirft “warum ich mir das immer wieder antue” ;) Die Stimmung diesmal ungewohnt gereizt, durch Missverständnisse, persönliche Differenzen und wahrscheinlich das Wetter will keine rechte “Trialstimmung” aufkommen.
    Unser Lauf am Samstag.
    Ich schicke Jane links (20 Punkte von 20). Sie läuft und liftet gewohnt *soifz* sehenswert (10 Punkte von 10) ;)
    Fetch gefällt mir gut. Turn, naja. Nicht unsere Paradedisziplin irgendwie. (15 Punkte von 20) Der erste Treibschenkel beginnt. Ich beobachte die dicken gepunkteten Schafshintern und denk so:  “super, wie mit dem Lineal gezogen flitzen die durchs Treibtor – nu verpass bloß nicht das Kommando für Jane”.  Ich schicke Jane, stoppe sie und denk noch so: “wow, geiler Turn – so knapp hinter dem Tor…” Das nächste war: “wieso rennen da zwei Schafe?” :shock:
    Jane etwas irritiert, ich geb ihr einen Linkspfiff. Sie rennt los, den zwei sich vom Acker machenden “Putzis” hinterher, die sind schon fast am Stellpfosten vorbei. Jane schmeißt sich auf einmal hin und ich überlege aufzugeben. In dem Moment drehen die Sküddchen um und rasen in derselben Geschwindigkeit zu den immer noch wartenden Jakobsschafen zurück! Jane also rechts flankiert, damit sie wieder reinkommt, die Gruppe Schafe kurz stabilisiert und einige Schritte nachtreiben lassen. Danach durfte Jane wieder wegtreiben und das sah dann auch noch richtig gut aus, die paar Meterchen. (10 Punkte von 30) Am Slalom dann fädele ich ein und denk noch: “hieß es nicht im Uhrzeigersinn?”. Mist, falsch angefangen. (5 Punkte von 10) Den Pferch bekommen wir “geschenkt”. Die Schafe sind kaum zu halten, sobald sie sehen, das wer Richtung Pferch unterwegs ist (9 Punkte von 10). Macht 69 von 100 Punkten.

    Am Sonntag rollt ein anderer Richter an. Volker Aust richtet “in Vertretung”. Ich hoffe inständig, dieselbe Konstellation wie bei der Koppelgebrauchshundeprüfung wird mir nicht auch deren Punkte einbringen :shock:
    Der überwiegende Teil der Teilnehmer hat sich nun für das Vorlaufen beim Treiben entschieden. Die menschenbezogenen Schafe danken diese Art mit nettem mittappern. Die beiden Teilnehmer, die sich für nachtreiben entscheiden, erleben ihr “Waterloo” am ersten Treibtor und ich bin hin und her gerissen. Aber, um es “ganz rebellisch” nochmal zu wiederholen “ich geh auf Trials zum üben….” :D

    Ich schicke Jane wieder links (20 Punkte von 20). Gebe ihr den Stoppfiff und den “get up” Pfiff. Zwischenzeitlich hat sich die Schafstellerin allerdings direkt vor die Schafe, direkt auf die Fetchlinie gestellt und blockt so die Schafe komplett. Ich ermuntere Jane und die schafft tatsächlich das fast unmögliche, sie drückt die Schafe am Schafsteller vorbei! (10 Punkte von 10)
    Der Fetch ist etwas hakelig im oberen Teil, es braucht, bis wir die “Balance” finden bei den Schafen (18 Punkte von 20).
    Beim Treiben gehe ich auf volles Risiko und lasse Jane machen und bleibe gut hinter hier. Das klappt auch ganz gut, 100%ig wohlfühlen tut sich Jane trotzdem nicht, die Schafe sind etwas schwergängig und etwas schwierig auf die Nase zu nehmen für den kleinen Hund (25 Punkte von 30).
    Den Slalom fädeln wir diesmal richtig ein (13 Punkte von 15) und das Stabilisieren klappt auch gut (5 Punkte von 5). Ich renne zum Pferch und wundere mich, wieso auf einmal Jane an meiner Seite ist (die dachte wohl, jetzt ist Feierabend :D ). Die Schafe nutzen unsere “Abwesenheit” und versuchen sich Richtung Ruhepferch vom Acker zu machen. Ich schicke Jane daher rechts raus und sie bringt sie sauber wieder und *flupf* rein in den Pferch (10 Punkte von 10). Macht 101 von 110 Punkten. Das reicht für Platz 1.  *froi*

    Das Video unseres Laufes wird nachgereicht und die Bilderchen von Martin werden hier auch bald sind verlinkt.

    Rheinland-Trophy Teil II – Bilder

    der Alltag hat uns wieder

    …und mit ihm die täglichen Aufgaben bei den Moorschnucken. Zumindest das, was man in den immer weniger werdenden hellen Stunden so erledigen kann. ;)

    Die Schnucken sind zwischenzeitlich zweimal “umgezogen”. Der Aufwuchs ist sooo schnell weg ;)

    Die Umtriebe waren jeweils nur wenige Meter und mit sehr viel Zeit verbunden, um den Schnucken die Möglichkeit zu geben, die entdeckten Zuckerrüben zu geniesen :D

    Umtreiben mit viel Zeit

    Die Litze ist diesjährig das letzte mal im Einsatz. Ein weiteres Regenrückhaltebecken ist nun “eingelitzt”. Die Umtriebe haben dann auch erstmal ein Ende, leider. Diesmal lief es mit der Litze aber wie am Schnürchen. Litze aufrollen am alten Standort ohne Probleme. Auch das ausbringen ohne Zwischenfälle. Diesmal habe ich eine Variante gewählt, die auch im Borders Forum beschrieben wurde. Nämlich das ausbringen der Haspeln, statt das abrollen derselben vom Haspelpfahl. Diese Variante ist die fehlertoleranteste und die mit Abstand muskelaufbauendste. :D Dafür ist sie “1-Personen-geeignet” und deshalb werde ich sie wohl beibehalten.
    Danach wird zumindest der Haspelpfahl einer “Überarbeitung” unterzogen. Die erste Schweißnaht ist nämlich bereits gebrochen :roll:
    Der Aufwuchs auf dem Gelände ist nicht mehr besonders gut. Daher bekommen die Ladys seit einigen Tagen ein paar handvoll Futterkartoffeln zugefüttert. Anfänglicher Skepsis ist wilde Begeisterung für die Knollen gewichen.

    LitzenNotlösung mit Schlauchschellerinn in die Kartoffelngibbet noch was?
    Die Böckchen werden nun doch bleiben und als Trainingstrupp, später durch Victor ergänzt, überwintern. Z.Z. dürfen sie es sich noch auf der Koppel mit dem Unterstand “breit” machen, dort ist soweit alles für die kommende Überwinterung der tragenden Muttern und die “Kinderstube” im Februar/März vorbereitet.

    Die kleinen Ladys werden nächste Woche, zusammen mit Anna und der kleinen Diepholzer Lady “in die Nachbarschaft” umziehen und dort als geliebte Rasenmäher ein langes, erfülltes Leben haben.

    Das Training der Hunde wird nun langsam (leider) immer weiter runtergefahren. Z.Z. trainiere ich mit Jane ein wenig shedden. Das funktioniert bei den Moorschnucken sehr gut. Sie bieten Lücken förmlich an und Jane hat so langsam richtig Freude daran, Schafe “auseinander” zu halten und die Sache mit dem “Stock klopfen” funktioniert doch tatsächlich beim shedding :D
    Erin habe ich heute mal als “Schafsteller-Hund” abgefragt. Voraussichtlich wird das unsere Aufgabe am Wochenende sein. Ein funktionierendes “platz” ist da von Vorteil. ;)

    improvisiert…

    …haben wir nun bei den Böckchen. 4 Tage Litze, 4 Tage Böcke unterwegs – heute haben wir dem ein Ende gesetzt! :mad:
    Die Böckchen habe ich heute vormittag “auf die Schnelle” ins Auto gepackt und wieder zu ihren Müttern und Victor gefahren. Dort stehen sie jetzt erstmal wieder in den Netzen mit ordentlich Strom drauf. Ich bin sicher, das setzt ihrer “Wanderfreudigkeit” nun erstmal ein Ende. Die Hunde empfanden das ganze übrigens als willkommene Abwechslung zum doch sonst von Faulenzen bestimmten Bürovormittag :)
    Die Litze ist abgebaut und wird erst wieder zum Einsatz kommen, wenn das zweite, sehr schlagstarke Gerät wieder angeschlossen werden kann und der Freischneider vorher zum Einsatz kam.
    Am Wochenende werden wir dann also nochmal eine “Sortieraktion” starten, denn nicht nur die Böcke werden wieder rausgesammelt, der “panische Lämmertrupp” bekommt zur Beruhigung noch einige Altschafe dazu gestellt. Die gestrige Trainingssequenz hat gezeigt, das dies für alle sicherer ist. 250m im gestreckten Galopp bis zur Böschung kurz vor der Umgehungsstraße sind nicht lustig für die Schafe, schädlich für meinen Blutdruck und machen die Hunde fertig… Ich werde sehen, ob ich bei diesen (Alt-)Schafen dieses Jahr gänzlich auf Nachzucht verzichten werde oder ob eine zeitlich begrenzte Gruppenzusammenstellung auch schon etwas Ruhe bringt.

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