vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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    back to the basics

    Janes Training geht wieder “zurück zu den Anfängen”. Nicht, weil wir was auszugleichen hätten, nein. Jane lernt jetzt auf Pfeifkommandos zu hören :)
    Jahrelanges, unregelmäßiges üben; das ausprobieren von zig Pfeifen und eine Tochter die nun endlich nach den ersten Pfeiftönen “alle meine Entchen” erkannte, haben mich entschließen lassen: es reicht aus, das der Hund auch lernen kann, was ich mit dem gepfeife will.
    Also habe ich mich hingestellt, gepfiffen und Jane dann das Wortkommando gegeben. So richtig begeistert war ich davon nicht. Irgendwie….ich weiß nicht.
    Also habe ich meine Hilfestellungen verstärkt, Jane frei arbeiten lassen und wenn ich sah, jetzt gleich wird sie sich hinlegen (oder aufstehen oder sie will eine Flanke laufen) gab ich das Pfeifkommando und das Wortkommando zur Sicherheit auch nochmal.
    Drei, vier Wiederholungen waren ausreichend, danach hat Jane den Trupp nur mittels Pfeifkommandos über die Wiese geschoben.
    Pfeife ausgespuckt, “Rundumgrinsen” aufgelegt, Hund eingepackt. Besser kann ein Tag nicht enden! :D

    schnell und schmerzlos

    …hieß heute unser Motto.

    Jane und ich starteten wieder mal in Reilingen. Sehr kurzfristig hatten wir gemeldet nach unserem ersten Start. Überraschend rutschten wir durch Klassenstreichung und diverse Absagen von Platz 32 der Warteliste auf Platz 14 der Teilnehmerliste. Letzten Endes waren wir Starter No. 13. Wenn das mal kein Omen war :)

    Ich holte Jane aus dem Auto, als mein Vorgänger am einpferchen war. Das war schonmal falsch. Jane spulte sich unheimlich hoch, sah auch noch, wohin die Schafe verschwanden. Als sie mit mir zum Startpfosten ging, hing ihr Blick eigentlich nur in dieser Richtung. Waren doch die Schafe am Startpfosten für sie nicht sichtbar.
    Das Feld war ein fast kniehoch bewachsenes Kleefeld, gut 60m lang und bestimmt 100m breit. Genau in dieser Breite fiel das Feld nach hinten leicht ab.  Der Fetch war diagonal angelegt.  Durch den Geländeabfall sah man vom Startpfosten aus nur die obere Spitze des Stellpfostens und einen Schafsteller ab der Hüfte. Der Hund sah garnichts. War der Hund hinter den Schafen, sah man ihn ebenfalls nicht mehr.
    Die Richterin, Mariam Wolf, entschied daher “es darf vorgelaufen werden bis zum Fetchgate, ohne Punkteabzug”.

    Zurück zu unserem Start.
    Jane sitzt mit mir also am Startpfosten und hat eigentlich nur den Auslass im Blick. Dort mußten die Schafe sein. Dann kam ein glücklicher Zufall. Silvia, der Schafstellerin, büchsten die Schafe kurz Richtung Auslaß davon. Schnell waren sie eingeholt, aber sie konnten den Hang genug hochlaufen, das Jane sie gesehen hatte! Nun wußte sie – dort hinten stehen die Schafe! Ich lief zum Fetchgate und gab ihr das Linkskommando und sie lief den Outrun sauber raus. Überflankierte hinter den Schafen, was uns gleich mal 4 Punkte kostete, legte sich aber sauber ab.
    Der Lift war wieder derb, 5 Punkte Abzug. Da hat die eine Woche Training daheim an den Schnucken definitiv nicht gereicht ;)
    Das Treiben lief etwas rubbig ab. Jane flankierte aber sauber auf Kommando und wir konnten kurz etwas Ruhe reinbringen. Die Schafe hatten einen guten Zug Richtung Auslaß. Wir hatten das aber ganz gut im Griff, Jane flankierte immer sauber mit. Ich atme auf. Beschließe, Jane vor mir treiben zu lassen wenn wir um den Pfosten sind, da sie dann daheim immer sehr gut ausbalanciert, was ich bei diesen Schafen heute unbedingt brauche. Böser Fehler ;)
    Rum um den Pfosten mit den Schafen und dann….
    Die Schafe ziehen von 0 auf 100 an, ich schaue nach Jane. Die liegt rechts hinter mir, setzt an um rechts rauszulaufen und die Schafe zu holen. Ich will es aber richtig machen und gebe ihr das Kommando für links. Sie nimmt es an, gibt alles, aber ein Schaf ist schon Richtung Ruhepferch auf und davon. Ich heb noch schnell die Hand.
    Wenn es sowas wie Fassungslosigkeit im Gesicht eines Hundes gibt, dann sah ich ihn heute bei Jane.  Zu Hause darf man die Schafe IMMER zurück holen und weitermachen. Hier war das ganze so ein Start-Stop-Schade Ding :(
    Mit mageren 21 Punkten und Platz 14 gehen wir heim.

    Dafür gabs daheim ja noch was zu tun. Der große Trupp zog vom “Handtuch” in das Regenrückhaltebecken um. Versuchsweiße durfte der weltbeste Ehemann mit dem Auto voraus fahren. Ich wollte sehen, ob die Schafe dem Auto gut nachgehen.
    Sie liefen wunderbar. Jane hat tolle Arbeit geleistet und ein Highlight gab es dann noch für uns. Jane hat es heute geschafft, eine der vorwitzigen Muttern mit ihren Lämmern aus den Zuckerrüben zu drücken. Beim letzten mal war das noch ein Kampf. Heute war Jane wahrscheinlich so geladen, das Schaf Mändy lieber keinen Test starten wollte :)

    Fazit: Wenn man die Ziele auf´m Trial so hochsteckt, kommt´s vor, das man garnicht in deren Nähe kommt :P

    Bilder gibt es im Picasa Webalbum

    Bildernachtrag: Ralph Braun hat Bilder von uns geschickt :)

    jane1jane2

    wenn nicht jetzt, wann dann?

    Kurzfristig hatte ich Jane für ihr erstes Trial (1. Juni in Reilingen) gemeldet. Sie macht daheim einen guten Job. Ihr Outrun ist Spitze und einpferchen kann sie auch. Tja, das werde ich mir wohl auf ein T-Shirt schreiben lassen oder einfach den Spruch: “daheim klappt es immer” :D
    Die Fuchsschafe waren kitzelig, die Gruppen teilweise mit Individualisten bestückt. Beim ersten Treibtor nutzten alle Gruppen die Gunst der Stunde und versuchten sich gehn Auslaßpferch “zu verdrücken”. Mehr als ein Hund verlor dort hinten ein oder sogar alle Schafe seiner Gruppe.
    Diese Beobachtungen veranlassten mich beim Outrun ein Stück vor zu gehen. Eigentlich umsonst, Jane lief ihren Outrun sehr gut. Sie nahm alle Flankierkommandos umgehend an, war aber übereifrig und so flitzten die Schafe im zick-zack über den Fetch. Das erste Treibtor nahmen die Schafe im gestreckten Galopp gehn Auslasspferch. Vorgewarnt durch die anderen Starter, schickte ich Jane rechtzeitig und sie hielt sie auf. Da Jane nun doch sehr, sehr hippelig war und die Schafe etwas von Sprengstoff an sich hatten und sich das gegenseitig aufschaukelte, da Jane auch ihr “lie down” Kommando ständig selbst auflöste, ging ich dann vor die Schafe und konnte das Ganze etwas beruhigen.
    Leider wollte die Schafgruppe dann auch noch partou nicht in den Pferch. Nach dreimaligem Umrunden bzw. zwischen Pferchtor und meiner Person “durchflutschen” hob ich die Hand und gab auf.
    Ergebnis: 44 Punkte (ret.)
    Outrun 9, Lift 4, Fetch 4, Drive 17, Pen 0 ret.

    Fazit: Es hat sich nun gerächt, das ich die Lämmergruppe bereits im März geschlachtet habe und Jane seit Wochen die große, schwerfällige Gruppe arbeitet und sie sehr viel selbständig machen darf. Das werden wir bis zum nächsten Trial ändern, viel kleine, kitzelige Gruppen arbeiten und an der Pfercharbeit muß sich auch noch was tun :D

    Bilder werden noch sind nur einige wenige eingestellt. Die eigene Aufregung, vermieste mir die Freude am Fotografieren.

    Kirsten & LuckyLuckyLilli (?)img_9916img_9919Herbert mit Kateimg_9930img_9932

    Training(chen)

    Gestern auf der Weide steht alles im Schatten unter den Büschen und Bäumen. Nur “Frau Antje” liegt in der prallen Sonne und macht keine Anstalten sich zu bewegen, als ich komme.
    Also schickte ich Jane kurz auf die Flanke. Glücklicherweise stand die ganze Gruppen incl. “Frau Antje” augenblicklich zusammen. Jane hatte nur “vergessen” wie man eine korrekte Flanke läuft und so trieb sie sie mal eben über die Graben auf die andere Seite der Wiese.
    Kein Problem, dann darf sie die Schafe halt vorsichtig die 100m treiben und ich habe so die Möglichkeit endlich mal “Hausaufgaben” zu machen und mit Jane quertreiben zu üben.
    Am Ende des abgesteckten Teiles lasse ich die ganze Prozedur umdrehen und Jane nochmal die 100m laufen. Um die Schafe über den Graben zurück zu bekommen, darf Erin dann helfen. Mit “Schritt für Schritt” Kommandos arbeiten die Hunde die unwilligen Ladys über den Graben zurück.
    Das reicht dann auch fürs Erste als kleines Training(chen) :)

    wenn´s kommt, dann dicke

    Nicht nur, das der Pick up jetzt unter “Totalschaden” läuft, nein, die Schafe standen auf einer leergefressenen Wiese und hungerten.
    Wenn dann noch die Autos mit Anhängerkupplung im Verwandten- und Bekanntenkreis so häufig vorkommen, wie ein Lottomillionär, ist die Sache prikär.
    Deshalb haben wir heute kurzfristig improvisiert und die Schäfgens in einen geliehenen Sprinter gepackt. Nun ist der versammelte Trupp wieder auf der Winterweide. Heu von den eigenen Flächen wird es nun also nicht geben.

    Dafür haben die Mädels in den nächsten Wochen keinen Umzugsstreß und einen sehr guten, jungen Aufwuchs. Den nächsten Weidewechsel werden wir zur Not zu Fuß bewältigen müssen.

    Ich hoffe, Erin ist bis dahin wieder bei klarem Verstand. Zur Schwierigkeit Schafe in einen Sprinter zu bekommen – mit “hopp” funktioniert es leider nicht – kam, das Erin momentan an ihrer Läufigkeit zu “knappern” hat. Irgendwie ist ihr Verstand dann mit anderen Dingen beschäftigt, als zuzuhören und mitzudenken. Ihr Nervenkostüm bröckelte bei der zweiten Gruppe entgültig und sie begann zu zwicken. Das brauchte ich dann gerade noch bei den eh kitzeligen Schafen!

    Jane dagegen hat heute mal wieder gezeigt, wieviel Arbeitswille in diesem kleinen Hund steckt. Wohlverpackt wartend im Auto, so vermutete ich sie. Bis ein schwarz-weißer Blitz neben mir rumhopste und den Schafen einen gehörigen Schrecken einjagte. Sie war aus der Skisack-Öffnung des Rücksitzes (ein 20×20 cm großes “Loch”!) gekrappelt um mir beim Zaun stellen bzw. “Schafe in Schach” halten zu helfen :D

    Da mein Mann mit Erin losgefahren war, um mal den zweiten Trupp alleine zu holen, mußte ich dann auf den “Pimpf” zurückgreifen. Die Schafe machten sich wieder mal in Richtung Koppelausgang davon. Ohne Hund ist dann selbst rennen angesagt. Beim Treiben verkrümeln sich einzelne Tiere auch gerne mal in irgendeine Richtung. Also Klein-Jane auf die Füße gesetzt und “get up”. Sie hat den Trupp superschön auf der Nase gehabt, das “lie down” Kommando prompt angenommen und ruck-zuck waren die Moorschnucken als versammeltes Grüppchen in dem mit Netzen zu steckenden Bereich.

    Kurz vor Schluß donnerte sie mir die Schafe dann noch mal vor die Füße, lies sich aber schön abrufen und ablegen. Brave kleine Püppi. Sie wird trotzdem noch etwas Zeit bekommen :D

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